TanzPlan Ost
23. August
26. November 2016

TanzPlan Ost tanzt multilokal: neun Kompanien und sieben Orte verbinden die Ostschweiz und das Fürstentum Liechtenstein.

Vorstellungen

Bufo Makmal
ALL.ES
Into Pieces

Das junge Choreografinnen- und Tänzerinnenkollektiv Bufo Makmal zeigte in der Vergangenheit spannende und sinnliche Aufführungen, die in der Schweiz für einige Aufmerksamkeit sorgten. Die vier Frauen erarbeiteten das Stück «ALL.ES» in einem gemeinsamen demokratischen Prozess. Ihre Köper vereinigen sich zu skulpturalen Gebilden, um anschliessend wieder in Einzelteile zu verfallen. In dieser Muskelarbeit entsteht ein Sog, der das Publikum buchstäblich ins Stück hineinzieht.

Mit «ALL.ES» tasten sich Bufo Makmal an die Existenz heran, was das Individuum in einer Gemeinschaft ausmacht, wie Ein- und Abgrenzungen zu neuen Identitäten führen. Letztlich stellt sich heraus, dass es keine feststehenden Identitäten gibt, sondern diese stets fliessend zu definieren sind.

In «Into Pieces» beschäftigt sich Bufo Makmal tänzerisch mit der Sehnsucht nach einer verloren geglaubten Einheit. Die Gruppenmitglieder kommen zusammen, unterschiedlichste Körperteile scheinen für kurze Momente einem kreatürlichen Ganzen anzugehören. Das Bedürfnis nach physischer Nähe bestimmt die choreografische Praxis. 

Bufo Makmal

Choreographie: Stefanie Fischer, Zoe Gyssler, Margarita Kennedy, Clea Onori
Tanz: Margarita Kennedy, Clea Onori, Rosie Terry, Stefanie Fischer/Zoe Gyssler
Musik: Christian Fischer (Tim und Puma Mimi)
Outside Eye: Edan Gorlicki
Visuals: Lukas Pulver
Licht Design: Michael Eigenmann
Kostüm: Romy Springsguth
Dramaturgie: Yves Regenass
Produktion: Pascal Moor
Foto: Susana Bruell

Mit Unterstützung von Fachausschuss Theater und Tanz Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Diane Gemsch
NaNa

Starke Frauen gelten auch heute noch als Provokation. Diane Gemsch hat mit «NaNa» eine Kunstfigur geschaffen, die kompromisslos darauf beharrt, ein lustbetontes Leben zu führen. Sie lehnt sich dabei an Frauenfiguren der Roaring Twenties an, Wesen der Nächte und des ausgelassenen Feierns.

Mit «NaNa» eröffnet Diane Gemsch eine sehr persönliche und auch intime Einsicht in ihr eigenes Leben. Mit diesem Solo erforscht sie sich und den Wunsch nach Emanzipation. 

Diane Gemsch

Choreografie und Tanz: Diane Gemsch
Oeil exterieur: Chris de Feyter
Musikadaption: Tonmanufaktur
Foto: Christian Glaus

Jérôme Bel
Gala
Auszug Gala: Kompanie Kompanie

Jérôme Bel ist einer der gefragtesten und berühmtesten Choreografen der Gegenwart. Stets hinterfragt er in seinen Stücken, welche Art von Tanz auf der Bühne zu sehen ist. Er rüttelt an unseren Erwartungen und hinterfragt Stereotypen, welchen wir unterliegen, wenn wir von Tanz sprechen.

Sein aktuelles Stück «Gala» bringt fünfzehn Personen aus der Region auf der Bühne zusammen: professionelle Tänzerinnen, Tänzer und Performer, aber auch Laien mit unterschiedlichen Hintergründen. «Gala» verwischt die Grenzen zwischen Erfolg und Scheitern und schlägt vor, dass Theater Gemeinschaft bedeutet, auf und neben der Bühne. Es ist eine Tour de Force, unterhaltsam und radikal zugleich. 

Jérôme Bel

Konzept: Jérôme Bel
Assistenz: Maxime Kurvers
Assistenz für lokale Wiederaufnahme: Cédric Andrieux, Frédéric Seguette
Von und mit: lokales Cast
Kostüm: Tänzerinnen und Tänzer
Künstlerische Beratung/Management: Rebecca Lee
Produktionsleitung: Sandro Grando
Technische Leitung: Gilles Genter

Koproduktionen : Dance Umbrella (London), TheaterWorks Singapore/72-13, KunstenFestivaldesArts (Brussels), Tanzquartier Wien, Nanterre-Amandiers Centre Dramatique National, Festival d'Automne à Paris, Theater Chur (Chur) und TAK Theater Liechtenstein (Schaan) - TanzPlan Ost, Fondazione La Biennale di Venezia, Théâtre de la Ville (Paris), HAU Hebbel am Ufer (Berlin), BIT Teatergarasjen (Bergen), La Commune Centre dramatique national d’Aubervilliers, Tanzhaus nrw (Düsseldorf), House on Fire mit der Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union.
Produktion : R.B. Jérôme Bel (Paris).
Studiounterstützung: Centre National de la Danse (Pantin) und Ménagerie de Verre (Paris).
Dank an : Alle Partner und Teilnehmer der Tanz- und Stimmworkshops, NL Architects und Les rendez-vous d’ailleurs.
Subventionen : R.B Jérôme Bel wird unterstützt durch die Direction régionale des affaires culturelles d'Ile-de-France, das Französische Kultur- und Kommunikationsministerium, durch das Institut Français und Französische Aussenministerium für ihre internationale Tourneen.

Jérôme Bel
Cédric Andrieux

In der Ziegelhütte Appenzell wird das Stück «Cédric Andrieux» von Jérôme Bel gezeigt. Es ist die Autobiografie des gleichnamigen Tänzers, der unter anderem Mitglied der Merce Cunningham Kompanie in New York war.

«Cédric Andrieux» ist sozusagen eine Zusammenfassung der letzten zwanzig Jahre der Tanzgeschichte, verhandelt Ästhetik und Ökonomie durch seine subjektive Linse. Es ist ein Denkmal. Das lebendigste, welches man vielleicht jemals besuchen konnte.

Jérôme Bel

Konzept: Jérôme Bel
Von und mit: Cédric Andrieux
Produktionsleitung: Sandro Grando

Koproduktion : Théâtre de la Ville (Paris), Festival d'Automne (Paris), R.B. Jérôme Bel (Paris).Unterstützt von : Centre National de la Danse (Paris), La Ménagerie de Verre (Paris), Baryshnikov Arts Center (New York). Dank an : Thérèse Barbanel, Trevor Carlson und Yorgos Loukos.
Subventionen: R.B Jérôme Bel wird unterstützt durch die Direction régionale des affaires culturelles d'Ile-de-France, das Französische Kultur-und Kommunikationsministerium, durch das Institut Français und Französische Aussenministerium für ihre internationale Tourneen.

Lucie Tuma
Volkskörper#1: Solo für alle

Der Berg groovt. Die Volkskörper-Trilogie schlägt ein erweitertes Verständnis von Volk vor. Vormenschliche Vergangenheit und zukünftige Tänze: Es dreht sich und dreht sich, doch nicht um den Menschen allein. Felsen, Wolken und Engel steigen mit ein in den Reigen.

In «Volkskörper#1: Solo für alle» wird grosse Geschichte an persönliche Geschichte gekoppelt. Kindliche Geisterbeschwörung trifft auf ernsthafte Polemik. Spekulation und Imagination bringen scheinbar inkompatible Stränge zusammen und weben eine andere Art der Zeitlichkeit. Irrational schillernd alltäglich, so in etwa wie bei einer Verschwörungstheorie – nur mit etwas mehr Leichtigkeit, Poesie und Grazie.

Choreografie, Performance: Lucie Tuma
Musik: Tomas Brader, Laura Endres
Dank an: Max-Philip Aschenbrenner, Johanna Kluhs

Mir-Jam
Layer by Layer – into the vague

Die Thurgauer Choreografin Mirjam Bührer erweitert die Bewegungsprinzipien des postmodernen Tanzes. Mit dem Medienkünstler Simón Schwarz und dem Sounddesigner Ernesto Coba entwirft die Tänzerin in «Layer by Layer - into the vague» eine Landschaft aus Licht und Musik, in der sie tänzerisch agiert.

Das Duo vermischt subtil Ton, Musik, Licht, Körper und Tanz, sodass Graubereiche entstehen, in denen sich neue Formen erkennen lassen. Diese Andeutungen und Vagheit etablieren eine neue Zeitlichkeit, die dem Publikum Raum gibt für eigene Ausschweifungen. 

Mir-Jam

Regie, Konzept: Mirjam Bührer, Simón Schwarz
Choreografie: Mirjam Bührer
Tanz, Performance: Mirjam Bührer, Simón Schwarz
Video, Sound, Licht: Simón Schwarz, Ernesto Coba
Dramaturgie: Carmen Pfammatter
Ausstattung: Yvette Morkos
Foto: Simón Schwarz
Koproduktion: TanzPlan Ost, Phönix Theater Steckborn

Mit Unterstützung der Kulturstiftung des Kantons Thurgau und MIGROS Kulturprozent

Panorama Dance Theater
HOPE

Das Panorama Dance Theater besteht aus dem Tänzer Tobias Spori und der Kulturwissenschaftlerin Ann Katrin Cooper. Sie reflektieren in ihrem Stück HOPE die Situation des Individuums in der Gegenwart, in der sich Krisen in der Politik und Wirtschaft sowie Konflikte unendlich aneinanderreihen.

Krisen sind Wendepunkte, die sich durch eine Anspannung und der Lösung ebendieser Spannungen auszeichnen. Tobias Sporis Tanz stellt diese Wendepunkte in den Fokus: Auf starke Anspannungen des Körpers folgen Löseprozesse der Muskeln, um danach in Ruhephasen zu verfallen. Inspiriert durch Krumping, einem Freestyle-Tanz, entsteht eine äusserst ästhetische und kraftvolle Bewegungssprache, die als Folie für die gesellschaftspolitische Gegenwart gelesen werden kann. 

Panorama Dance Theater

Choreografie: Ann Katrin Cooper, Tobias Spori
Tanz: Tobias Spori
Outside Eye: Vanessa Cook
Komposition und Sounddesign: Christian Fischer
Lichtdesign: Edwin van Steenbergen
Produktion: Verein gemischtes doppel
Foto: Ann Katrin Cooper
Koproduktion: TanzPlan Ost, Phönix Theater Steckborn

Mit grosszügiger Unterstützung von Kanton St. Gallen I Swisslos und Stadt St. Gallen

Reut Shemesh
LEVIAH

Als Duo tritt die Choreografin Reut Shemesh mit der in St. Gallen lebenden Tänzerin Hella Immler auf. LEVIAH ist ein eindrückliches Stück über die Erfahrungen von Reut Shemesh in der israelischen Armee. Darin wird der Verlust der eigenen Identität aufgezeigt: Die roboterhaft ausgeführten Bewegungen lassen nur noch an Routinehandlungen erinnern. Unterstrichen wird das Stück von tagebuchartigen Kommentaren aus Shemeshs Zeit in Israel.

LEVIAH entwirft einen Einblick in die Intimität eines militärischen Alltags. Mit Hella Immler als Dialogpartnerin hat Shemesh ein Stück entwickelt und zeigt damit, wie brüchig das Selbst in Krisensituation werden kann. 

Reut Shemesh Choreography

Choreografie, Text : Reut Shemesh
Tanz, Entwicklung: Hella Immler und Reut Shemesh
Musik : Simon Bauer
Licht, Video / Ronni Shendar
Kostüm : Dario Mendez Acosta
Dramaturgie: Daniel Rademacher
Produktionsleitung, Management: Sandra Jasper
Foto: Reut Shemesh

Gefördert durch: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westphalen.


Simon Mayer
SunBengSitting

Der österreichische Bauernbursch Simon Mayer ist ein Multitalent. Er spielt verschiedene Musikinstrumente und tanzt. Sein Interesse gilt insbesondere alpinen Volkstänzen und deren Musik. «SunBengSitting» –  Sunbeng ist oberösterreichischer Dialekt und gleichbedeutend mit der Bank in der Sonne vor dem Bauernhof – verhandelt die Fragen, die im Spannungsfeld von Stadt und Land, Heimat und Fremde, Schubladendenken und künstlerischer Freiheit entstehen.

Simon Mayers Beitrag soll offen legen, mit welchen Rückgriffen man sich auf Lokalität beziehen kann und wie diese auch anders interpretiert werden könnten. 

Simon Mayer

Performance, Choreografie, Musik: Simon Mayer
Ton und Live-Loop: Pascal Holper
Licht: Lucas Gruber, Hannes Ruschbaschan
Produktion: Sophie Schmeiser
Künstlerische Beratung: Frans Poelstra.
Unterstützung: Elio Gervasi/raum 33, ROSAS, Kunstenzentrum BUDA, shareyourdarlings Plattform. 
Foto: Anna M. Fiala

Mit freundlicher Unterstützung des Landes Oberösterreich, des Bundeskanzleramts, des Österreichischen Kulturforums Brüssel, des Hauptstadtkulturfonds und des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten.
Dank an: Kulturverein SPIEL, Trachtenverein Altstädter Bauerngmoa, die Goaßschnalzer Munderfing, Pramtaler Volkstanzgruppe, Fam. Mayer, Christian Schmeiser und Josef Schild.